Manuka Honig gilt als besonders exklusiv, was auch der sehr kurzen Blütezeit des Strauchs geschuldet ist, aus dem er gewonnen wird. Die Südseemyrte, die gemeinhin auch einfach als Manuka-Strauch bezeichnet wird, blüht nämlich nur wenige Wochen pro Jahr. Im DACH-Raum ist der Manuka Honig zudem nicht nur wegen seines Geschmacks, sondern auch aufgrund seiner heilsamen Eigenschaften bekannt geworden.
Trotz seiner Exklusivität gibt es weltweit immer mehr Manuka Honig
Experten prognostizieren für den Manuka-Honig-Markt ein jährliches Wachstum von mehr als 5 % bis zum Jahr 2034. Damit wird die wirtschaftliche Erfolgsgeschichte des vergangenen Jahrzehnts nahtlos fortgesetzt, trotz der eingangs erwähnten Exklusivität des Manuka-Strauchs. Abseits seiner nur sehr kurzen Blütezeit, die meistens zwischen November und Januar liegt, ist die Ernte des Blütennektars auch ausgesprochen wetterabhängig und aufwendig. Zudem kommt der Strauch selbst in nur wenigen Regionen der Welt vor, heimisch ist die Südseemyrte sowohl in den Bergen Neuseelands als auch in einigen Teilen Südost-Australiens.
Im Hinblick auf diese Faktoren sollte es nicht überraschen, dass der Manuka Honig nicht wirklich mit unserem lokalen Imkerhonig vergleichbar ist. Selbiger wurde zuletzt sogar etwas günstiger, was auch der zunehmenden Bienenpopulation geschuldet ist. Wie das Statistische Bundesamt angibt, stieg der Anteil der Bienenvölker weltweit von etwa 69 Millionen im Jahr 1990 auf knapp 102 Millionen im Jahr 2024.
Manuka hat bewiesene, stark antibakterielle Eigenschaften
“Normaler” Honig besitzt ebenfalls antibakterielle Eigenschaften, Manuka aber in deutlich ausgeprägterer Form. Beim normalen Honig ist das dem enthaltenen Wasserstoffperoxid geschuldet. Genau das ist aber sehr hitze- und lichtempfindlich, zudem bauen unsere körpereigenen Enzyme es ziemlich schnell wieder ab. Manuka enthält hingegen MGO, das durch die natürliche Umwandlung von DHA entsteht, das wiederum im Nektar der Manuka-Blüte enthalten ist. Die eigentliche Reifung findet dann im Bienenstock statt.
MGO hat als antibakterieller Wirkstoff mehrere Vorteile:
– es ist ausgesprochen hitzebeständig
– es ist resistent gegenüber der Magensäure
– es wird von den Enzymen im Gewebe nicht sofort zersetzt
All das führt dazu, dass das im Manuka Honig enthaltene MGO unmittelbar die Zellwände von Bakterien angreifen kann. Studien unterstrichen die Wirkung unter anderem gegen multiresistente Erreger wie MRSA. Damit der Honig in der Praxis tatsächlich seine Wirkung entfalten kann, ist auf eine hohe Qualität des Manuka Honigs zu achten. Empfehlenswert sind ein hoher MGO-Wert ebenso wie ein hoher UMF-Wert. Letzteres ist ein neuseeländisches Qualitätssiegel.
Anwendung in der Wundheilung
Weil Manuka Honig hygroskopisch ist, kann er Wasser ziehen. Bei offenen Wunden entzieht der Honig den Bakterien also die Feuchtigkeit, welche diese wiederum zum Überleben benötigen. Parallel dazu befeuchtet der Honig auf antibakterielle Weise Wunden, wodurch wiederum die Geweberegeneration beziehungsweise Granulation beschleunigt wird. Zudem reduziert sich so das Risiko, dass der Verband an der Wunde verklebt und diese beim Verbandswechsel wieder neu aufreißen würde.
Trotzdem ist zu beachten: Normaler Speise-Manuka-Honig sollte nicht einfach geöffnet und auf offene Wunden geschmiert werden. In Speisehonig können nämlich die Sporen von Clostridium botulinum enthalten sein. Medizinisch verwendbarer Manuka Honig wurde hingegen über eine spezialisierte Gammabestrahlung entsprechend sterilisiert.

